Maria Spiss fragte Maria Ursprung. Die Erstveröffentlichung hier und exklusiv für euch ;)
Warum Jonke?
Ich habe mich für einen Text von Gert Jonke entschieden, da er eine sehr poetische Sprache hat, da mich seine Art, den Kern des Satzes zu umkreisen fasziniert und da er Sätze baut, die mit Zeit und Raum spielen und zu durchbrechen versuchen.
Was für eine Welt möchtest du auf der Bühne schaffen?
Die Welt, die ich schaffe, soll eine einfache sein. Es soll in einfachen Spielvorgängen und Bildern etwas über Figuren und deren Sehnsüchte erzählt werden. Einfach in seinem positivsten Sinne.
Was bedeutet für dich das Zimmer?
Das Zimmer ist der Raum, der uns umgibt, für den wir aber oft kein Gespür und keine Augen haben, ist Zufluchtsort, ist Rettung und ist das Gute, das uns widerstösst, ohne dass wir es wahrnehmen.
Was findest du besonders schwierig an der Arbeit?
Es wäre fatal, wenn ich "etwas an der Arbeit" als "besonders schwierig" benennen würde. So denke ich nicht. Es gibt Herausforderungen. Eine grosse Herausforderung ist ganz banal einen Weg zu finden, wie man diese Texte, und damit meine ich die Art der Figuren zu sprechen, auf die Bühne bringt.
"Die Herbstluft war erfüllt von wolkenwattig durchpulsten Nebeltrauermärchen, die verankert im Föhn durch die Parksträucherhecken schleiften (...) mit herbeigespülten Frühwintervorahnungsgefühlen, die von der Landschaft als Lichtspieletüden sorgfältig einstudiert wurden.
(...) und schaute hinaus ins trübe Zwielichttreiben der Jahreszeit, die sich aus dem Umland wie eine sich absichtlich drohend langsam heranwälzende Fäulnis über den Stadtrand zu wölben anfing, bald schon spielend alle Dächer überzog und endlich wie eine fettig nachlässig verdreckte Butterpapierfolie über allen Haustoren und auf den Fensterscheiben kleben blieb." (Erwachen zum großen Schlafkrieg)
Auf bald,
Marvin
