Goood evening laadies and gentelmaaaan! Welcome to the one and only Insektarium am Thalia Theater Blog!

Am 17.12. wird in der Garage der Gaußstraße Gert Jonkes Text, in der Regie von Maria Ursprung aufgeführt. Es gibt nur noch wenige Karten für die Premiere! Bis dahin werden wir über die Proben und Hintergrundwissen zu Jonke bloggen. Wer ist Jonke? Warum hat er geschrieben? Was macht ihn interessant?

Er und Sie sitzen wie auf erhöhten Zuschauerbänken und blicken in den
Zuschauerraum, als beobachteten sie eine Zirkusvorstellung.
ER Jetzt kommt der übliche Seiltanz. Der Mann, der das macht, ist nicht zu
beneiden.
SIE Schon ist er in der Mitte des Seiles angelangt. Der traut sich was!
Erstaunlich, dass ihm doch ein paar Augen matte Verachtungsblicke zwischen
die Beine werfen, damit er endlich stolpernd stockt. Aber der Mann wehrt
sich mit Händen und Füßen, zumindest bemüht er sich, die Luft wie ein
ausschlagender Esel nach hinten zu treten. (Anfang Insektarium)

 

Wenn ich Jonkes Texte kurz beschreiben sollte, würde ich sagen, Phantasie und Sprachreichtum. In seinen Texten erwachen Gegenstände zu Leben. Es gibt emsige Tischler, die für ihre Möbel Stücke aus der Sonne sägen, Fotografen, die beweisen dass ein Fest jedes Jahr mit genau gleichen Gesprächen genau gleich abläuft, häusertragende Steinskulpturen, die träumen wollen und dafür ihre Verantwortung fallen lassen und vieles vieles mehr.

Im Insektarium sind es die verschiedensten solcher "Insekten" die in oder über einander kriechen. Maria Ursprung hat die ihr wichtigen Passagen zusammengestellt, so dass die Inszenierung drei Schauspieler braucht. Julian Greis als Zimmer, Josef Ostendorf als Er und Oda Thormeyer als Sie.

Die erste Woche verbrachten wir am Tisch um den Text zu bequatschen und für die Inzinierung wichtige Gedanken herauszuziehen. Ich wusste nicht wie oft ein Text vor szenischen Proben gelesen wird. Ihr? Und wie unterhaltsam Schauspieler das gestalten ;)

 

Marvin